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  • Erschienen: 2004
  • Herausgeber: M. Fleischmann
  • Verlag: Who is
  • Format: Hardcover, 369 Seiten

Digitale Transformationen

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Virtuell = computergeneriert = visuell?
Beitrag in einem Kompendium zu aktuellen Positionen der Medienkunst


>> Mit beginnender Verbreitung der Medientechnologien wurde in der damit verbundenen theoretischen, aber auch in der künstlerisch-praktischen Auseinandersetzung etwas fokussiert, was eigentlich schon immer existiert hat: das Virtuelle. Mit Hilfe des Computers können Fiktionen nun täuschend echt simuliert werden, die visuellen Möglichkeiten werden fortlaufend perfektioniert.
Die multirezeptive Erfahrung virtueller Welten ist dennoch weiterhin stark eingeschränkt. Aufgrund der allgegenwärtigen Technologiedebatte rund um die Jahrtausendwende wird das Virtuelle in der allgemeinen Wahrnehmung fast ausschließlich mit computergenerierten, artifiziellen Wirklichkeiten gleichgesetzt.
Dabei ist die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes viel weiter gefasst, meint etwas möglicherweise Vorhandenes oder auch nur Erdachtes, eben die imaginäre Welt der Fantasie – unabhängig von dem Medium, dass sie zugänglich macht.
Die digitalen Darstellungsformen bergen neben einem immensen Potential für die Erweiterung des euklidischen Raumbegriffs jedoch auch die Gefahr einer Entmystifizierung und Entsinnlichung der wahrgenommenen Umwelt. Ein virtueller Hyperrealismus, wie er zum Beispiel das aktuelle Massenkino prägt, lässt der Fantasie wenig Raum zur Entfaltung und führt unweigerlich zu einem passiven, emotionsarmen Konsum der Bilderfluten. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. <<